Forschungschemikalie, RUOTetrapeptid

Epitalon

Tetrapeptid aus der Zirbeldrüsenforschung

Vier Aminosäuren, entworfen nach dem Vorbild eines Peptidextrakts der Zirbeldrüse. Bekannt geworden durch Befunde zur Telomerase in Zellkultur und durch Langzeitstudien an Mäusen; die Literatur stammt bis heute überwiegend aus einer Arbeitsgruppe in Sankt Petersburg.

Sequenz

Ala-Glu-Asp-Gly

Auf einen Blick

  1. 01

    Vier Aminosäuren

    Mit nur vier Bausteinen gehört Epitalon zu den kleinsten Forschungspeptiden überhaupt. Kurze Peptide dieser Art lassen sich sauber synthetisieren und analytisch eindeutig charakterisieren.

  2. 02

    Telomerase in Zellkultur

    In menschlichen fetalen Fibroblasten, die normalerweise keine Telomerase bilden, beschrieben Khavinson und Kollegen 2003 die Aktivierung dieses Enzyms und eine Verlängerung der Telomere. Der Befund ist Ausgangspunkt fast aller späteren Diskussionen über das Peptid.

  3. 03

    Studien über ein ganzes Mäuseleben

    In einer Studie über die gesamte Lebensspanne weiblicher Mäuse blieb die mittlere Lebensdauer unverändert, die maximale Lebensdauer lag jedoch um 12,3 % höher und Leukämien traten seltener auf. Solche Langzeitdesigns sind in der Peptidforschung selten.

Forschungsfelder

  • Telomerase und Telomerbiologie
  • Zelluläre Seneszenz
  • Zirbeldrüse und zirkadiane Rhythmik
  • Biomarker des Alterns im Tiermodell

Was es ist

Epitalon, in der Literatur auch Epithalon, ist ein synthetisches Tetrapeptid mit der Sequenz Alanin, Glutaminsäure, Asparaginsäure, Glycin. Entwickelt wurde es am Sankt Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie um Vladimir Khavinson. Vorbild war Epithalamin, ein Peptidextrakt aus der Zirbeldrüse, der dort seit Jahrzehnten untersucht wurde. Epitalon sollte die Eigenschaften dieses Extrakts in einer definierten, synthetisch herstellbaren Form abbilden.

Was es besonders macht

Die Zirbeldrüse steuert über das Hormon Melatonin den Tag-Nacht-Rhythmus und steht seit langem im Verdacht, mit dem Altern verknüpft zu sein. Epitalon wurde gezielt für diese Fragestellung entworfen und ist deshalb eines der wenigen Peptide, das von Beginn an in der Alternsforschung untersucht wurde.

Bekannt wurde es vor allem durch einen Befund zur Telomerase. Dieses Enzym verlängert die Telomere, die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, die sich mit jeder Zellteilung verkürzen. In den meisten Körperzellen ist es abgeschaltet. Dass ein Tetrapeptid es in Zellkultur aktivieren soll, hat das Interesse an Epitalon bis heute geprägt.

Was die Studien sagen

Khavinson et al. (2003) gaben Epitalon zu menschlichen fetalen Fibroblasten ohne Telomeraseaktivität. Sie beschreiben die Bildung der katalytischen Untereinheit des Enzyms, messbare Telomeraseaktivität und eine Verlängerung der Telomere. Die Arbeit ist kurz, und der Befund wurde außerhalb der Arbeitsgruppe kaum repliziert.

Anisimov et al. (2003) behandelten weibliche Mäuse vom dritten Lebensmonat bis zu ihrem natürlichen Tod einmal monatlich. Futteraufnahme, Körpergewicht und mittlere Lebensdauer blieben unverändert. Die maximale Lebensdauer lag um 12,3 % höher, Chromosomenschäden im Knochenmark waren seltener, und Leukämien traten sechsmal seltener auf; die Gesamtzahl der Tumoren blieb gleich.

Evidenzlage

Präklinisch: vorhanden, aber einseitig. Klinisch: keine kontrollierten Studien. Nahezu alle Arbeiten stammen aus demselben Institut und seinem Umfeld. Wer mit Epitalon forscht, bewegt sich in einem Feld, in dem unabhängige Bestätigung der zentralen Befunde noch aussteht.

Forschungsstatus

Epitalon ist in der EU nicht als Arzneimittel zugelassen. PURA LABS liefert Epitalon ausschließlich für Forschungszwecke, nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier.

Ausgewählte Literatur

  1. PräklinischBiogerontology · 2003
    Effect of Epitalon on biomarkers of aging, life span and spontaneous tumor incidence in female Swiss-derived SHR mice
    Lebenslange Studie an weiblichen SHR-Mäusen. Mittlere Lebensdauer unverändert, maximale Lebensdauer um 12,3 % höher, weniger Chromosomenschäden und sechsmal seltener Leukämien bei gleicher Gesamttumorrate.
  2. PräklinischBulletin of Experimental Biology and Medicine · 2003
    Epithalon peptide induces telomerase activity and telomere elongation in human somatic cells
    In telomerase-negativen menschlichen fetalen Fibroblasten löste Epitalon die Bildung der katalytischen Telomerase-Untereinheit, Enzymaktivität und eine Verlängerung der Telomere aus.

Aktuelle Charge

Noch keine freigegebene Charge

Weitere Peptide

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